Brauchen wir einen  immer besseren Abschluss um immer miesere Jobs machen zu dürfen? Wie  kann man dem Wahn aus Leistungs- und Zeitdruck entkommen – und welchen  Hebel können die Hochschulgruppen ansetzen? 

Seit der Einführung der modularisierten Studiengänge gab es von fast allen Seiten Kritik. Man forderte genügend Masterplätze, die Studienordnungen sollten verbessert werden, die Stoffmenge sollte reduziert werden und vieles andere mehr. Dies wurde von fast allen Würzburger Hochschulgruppen, von Professoren und von Politikern im ganzen Land gefordert. Die Vereinigte Liste von UHG und Piraten und zuvor schon die UHG allein erhoben diese Forderungen nicht.

Stattdessen haben wir von Anfang an die Einführung von Bachelor und Master als Fehler gesehen. Die Entscheidungsträger bestreiten zwar nicht die Probleme mit den neuen Studiengängen. Sie wollen Verbesserungen durchführen, sagen sie jedenfalls. Sie ziehen nicht die Konsequenz aus der Fehlentscheidung, sondern bleiben im Wesentlichen bei ihrer Entscheidung, indem sie an den neuen Studiengängen festhalten. Häufig wurden die Probleme mit den neuen Studiengängen als Startschwierigkeiten angesehen, so z. B. der erschwerte Hochschulwechsel. Nach ein paar Jahren würden diese verschwinden, hieß es oft. Sie sind jedoch nicht verschwunden, sondern manches ist sogar schlimmer geworden, z. B. der Übergang vom Bachelor zum Master. Man muss jetzt, anders als bisher, erst den ersten Abschluss in der Tasche haben, bevor man sich für das zweite Studium einschreiben kann, vgl. den offenen Brief der Studierendenvertretung an den Wissenschaftsminister. 

Inzwischen gibt es auch Proteste über zu wenige Masterplätze. Hätte man das zweistufige System nicht eingeführt, dann gäbe es diese Probleme heute gar nicht. Sie wurden erst durch den Bologna-Prozess geschaffen. Dabei war die ursprüngliche Idee der Zweistufigkeit, das Vordiplom bzw. die Zwischenprüfung zu einer Ausstiegsmöglichkeit mit abgeschlossenem, kürzerem Studium zu machen. Beim jetzigen System wurde diese Ausstiegsmöglichkeit der Studenten jedoch zu einer Rauswurfmöglichkeit für die Hochschulen. Es wäre möglich, dies anders zu machen, es fehlt der Wille dazu.

Bei dieser Situation bleibt die Frage "Welchen Hebel können die Hochschulgruppen ansetzen?"

UHG und Piraten setzen diesen an: Am Donnerstag, 12. Dezember diskutieren wir darüber in gemütlicher Runde. Mehr Informationen mit Zeit und Ort auf www.uhg-wuerzburg.de oder www.hochschulpiraten-wue.de/?p=579

 

 

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