Wir sehen das mangelnde Interesse an demokratischen Mitbestimmungsmöglichkeiten seitens der Studenten als sehr bedenklich an. Eine Wahlbeteiligung von unter 20% zeigt, dass große Defizite in diesem Bereich vorliegen. Für uns ist offensichtlich, dass die Wahlbeteiligung nicht zuletzt darin begründet ist, dass die Studierenden zu wenig Mitbestimmung in Gremien der Universität haben. Dies sieht man deutlich am Beispiel des Studentischen Konvents, der zu wenig Einfluss hat. Auch in Fakultätsräten und Studiengebührenkommissionen wäre mehr Mitbestimmung sinnvoll und im Interesse der Studierenden. Schließlich steht auch im Gesetz, dass Studierende bei der Mitbestimmung über die Verwendung der Gebühren angemessen zu beteiligen sind. In den Gebührenkommissionen haben sie 50% der Sitze, die anderen 50% die Dozentinnen und Dozenten. Bei einem Patt in Abstimmungen entscheidet der Vorsitzende, der der Dozentenseite angehört. Da das Geld, über das entschieden wird, aber zu 100 % aus studentischem Geldbeutel kommt, halten wir eine Mehrheit von 50 Prozent plus eine Stimme für die Studentenseite für das Minimum.

Des Weiteren mangelt es enorm an Transparenz in Verwaltungsangelegenheiten, z. B. bei der Veröffentlichung von Gremienprotokollen. Beim Senat wurde letztes Jahr ein großer Fortschritt erreicht. Protokolle sind nach langen und zähen Verhandlungen wenigstens zum Teil veröffentlicht. Für andere Gremien besteht hier noch Nachholbedarf. Wir sind zuversichtlich, dass eine Verbesserung dieser Problematik mehr Studierende dazu bringen würde, zur Wahl zu gehen.

Dennoch möchten wir alle Studierenden eindringlich dazu aufrufen, auch die diesjährige Hochschulwahl wahrzunehmen. Eine höhere Wahlbeteiligung als in den vergangenen Jahren würde den studentischen Vertretern weit mehr Gewicht in Verhandlungen mit der Universität geben. Es macht schließlich einen Unterschied, ob Hochschulgruppen, die gegen Studiengebühren sind, von 2000 oder von 15000 Wählerinnen und Wählern an der Universität gewählt werden.

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