Sprachrohr

Frage 1: Liebe Hochschulgruppen, der rassistische Spazierverein Pegida feierte seinen 1. Geburtstag und bleibt leider auch hier in Würzburg unter dem Namen Wügida weiterhin aktiv. Was kann man gegen diese Hetze unternehmen? Was tut ihr?

Wie wir in einer früheren Sprachausgabe schon geschrieben haben, möchten wir uns als Hochschulgruppe auf hochschulpolitische Themen beschränken. Dies steht auch im Einklang zu unserer Überzeugung, dass sich ein AStA auf fachpolitische Arbeit beschränken sollte. Mit fachpolitisch meinen wir alle politischen Fragen, die mit der Hochschule zu tun haben, zum Beispiel auch Entscheidungen über Studiengebühren. Die gestellte Frage sehen wir außerhalb des hochschulpolitischen Bereichs. Daher möchten wir uns zu dieser Frage nicht äußern.

 

Frage 2: Am 2. November fand eine Podiumsdiskussion, veranstaltet von den katholischen und evangelischen Hochschulgemeinden (KHG und ESG), zum Thema Zivilklausel statt. Eine Zivilklausel ist die Selbstverpflichtung einer Hochschule, nur für nicht-militärische Zwecke zu forschen. Die Studierendenvertretung wirkt auf die Umsetzung einer Zivilklausel an der Julius-Maximilians-Universität hin. Was denkt ihr über die Zivilklausel?

Wir als Hochschulgruppe sehen die militärische Forschung kritisch. Andererseits haben wir Zweifel, ob eine solche Einschränkung mit der Freiheit der Lehre vereinbar ist. Man muss sich unserer Meinung nach die Frage stellen, inwiefern eine militärische Forschung friedlich sein kann. Prinzipiell kann jedes Forschungsergebnis militärisch verwendet werden, gleichzeitig können aber auch viele militärische Entwicklungen zivil verwendet werden. Hierbei ist die Grenze schwer zu ziehen; man denke zum Beispiel an das Internet als ursprünglich militärische Entwicklung. Hat man einen militärischen Geldgeber, ist es aber sehr wahrscheinlich, dass es sich um nicht-zivile Sachverhalte handelt. Um dieses moralische Dilemma zu lösen, schlagen wir vor, dass eine Zivilklausel nicht die Forschung direkt reglementiert sondern das Militär als Geldgeber ausschließt, ansonsten im Zweifel aber der Freiheit der Forschung den Vorrang gibt. Dies würde auch die Unterstützung der Uni Würzburg durch das amerikanische Militär unterbinden, wie sie etwa dem physikalischen Institut unter Professor Molenkampzu Gute kam (Quelle: http://tinyurl.com/uhg-pir-zk, weitere Quellen auf unserer Homepage).


Die oben genannten weiteren Links:

http://www.mainpost.de/regional/franken/Allgemeine-nicht-fachgebundene-Universitaeten-Forschungseinrichtungen-Forschungsergebnisse-Forschungsprojekte-Foerdermittel-Grundlagenforschung-Hochschulpolitik-Unterdrueckung-Verteidigungsministerien;art1727,7810296
http://www.mainpost.de/ueberregional/meinung/Militaerische-Nutzung-ausgeschlossen;art9517,7815000
http://www.mainpost.de/regional/franken/Allgemeine-nicht-fachgebundene-Universitaeten-Dollar-Grundlagenforschung;art1727,7810295
http://www.stuv.uni-wuerzburg.de/neuigkeiten/artikel/pressemitt-11/

Was macht ihr eigentlich so den ganzen Tag, jetzt wo ihr nicht mehr im Konvent sitzt?
 
Obwohl wir in dieser Legislaturperiode nicht im Konvent vertreten sind, sind wir keinesfalls untätig. Beispielsweise gab es Mitte Dezember einen Diskussionsabend zum Thema Bologna-Reform, den wir durchgeführt und auch Gäste aus der Polik eingeladen haben. Weitere Diskussionstreffen sind in Planung.
Wir treffen uns zudem jede zweite Woche in der Hochschulgruppe  und besprechen aktuelle Ereignisse an der Universität. Frank ist zudem sehr häufig bei den Sitzungen des studentischen Konvents anwesend.
Um die Interessen der Studenten zu unterstützen, halten wir auch Kontakt zur Piratenpartei, die vor knapp zwei Jahren – ebenso wie die Freien Wähler – ein Volksbegehren gegen Studiengebühren initiiert haben. Wir haben zusammen mit den beiden Parteien Unterschriften gesammelt, obwohl wir auch zu dieser Zeit nicht im Konvent waren.
 
Was kann die Uni für mich tun?
 
Auf die Frage, was die Uni für uns tun könne, sind uns sehr viele Ideen eingefallen. Der wichtigste Punkt ist, Barrierefreiheit mindestens in den Hörsälen zu gewährleisten. Sollte dies nicht möglich sein, so muss in jedem Fall auf Studenten mit Behinderung bei der Planung der Raumeinteilug Rücksicht genommen werden. 
Die Uni könnte außerdem die Gebäude beim Campus Nord für die Stadt freigeben, damit dort neue Studentenwohnheime entstehen. Leider ist eine Einigung der Stadt und der Uni nicht in Sicht.
Auch wünschen wir uns von der Uni aus eine konsequente Umsetzung von Open Access, also freiem Zugang zu durch Steuergelder finanzierte Forschungsergebnisse sowie die Einhaltung des Datenschutzes. Kameras dürfen nur in sicherheitskritischen Bereichen aufgestellt werden, aber öffentliche Stellen sind von Überwachung durch Maschinen freizuhalten. 
Die Anwesenheitspflicht bei Veranstaltungen ist uns ebenfalls ein Dorn im Auge. Wir sind der Ansicht, dass ein Student selbstverantwortlich entscheiden können muss, ob er eine Übung oder ein Tutorium besucht. Lediglich bei unbedingt erforderlichen Veranstaltungen (z. B. Sicherheitseinweisung für Laborarbeiten) sollte es eine Anwesenheitspflicht geben.
Schließlich wünschen wir uns auch, dass der StuV mehr Beachtung geschenkt wird. Sie ist die Vertretung der Studenten, die wiederum die größte Personengruppe an der Universität stellt. Leider sind sie an viel zu wenigen Entscheidungen beteiligt. 
 
Ihr heißt „Unabhängige Hochschulgruppe gegen Studiengebühren“ – Was motiviert euch eigentlich weiterhin Hochschulpolitik zu betreiben jetzt wo die Studiengebühren gefallen sind? Oder seid ihr lediglich ein Logo-Relikt neben den Piraten?
 

Das ist eine berechtigte Frage. Die UHG gründete sich ja einmal mit dem Ziel, gegen Studiengebühren zu kämpfen. Das war ja nun bekanntermaßen erfolgreich, nicht zuletzt durch die intensive Unterstützung des Volksbegehrens.

Einige Zeit nach Gründung der UHG kamen weitere Ziele hinzu, allen voran die Ablehnende Haltung gegenüber dem Bologna-Prozess, siehe dazu unseren anderen Artikel in dieser Sprachrohrausgabe. Der Kampf gegen Studiengebühren blieb natürlich immer an oberster Stelle und so stellte sich nach deren Abschaffung schon die Frage, ob man nun feierlich die Selbstauflösung beschließen oder an den anderen Zielen weiterarbeiten sollte. Damit verbunden ist natürlich die Frage des Namenszusatzes "gegen Studiengebühren", die wir nach der Gebührenabschaffung auch diskutiert haben. Das entscheidende Argument dabei war, dass wir als diejenigen bekannt sind, die zur Abschaffung der Gebühren beigetragen haben in Form von vielen Infoständen, an denen die Unterschriften für das Volksbegehren gesammelt wurden. Daher haben wir uns gegen eine Namensänderung entschieden. Insofern kann man durchaus von einem – sogar ziemlich positiven – Relikt sprechen.

Was das Verhältnis zu den Piraten angeht, die erst später hinzukamen und mit der UHG eine Listenvereinigung bildeten, hört sich die Frage so an, als wäre die UHG neben den Piraten unwichtig geworden. Das ist jedoch keineswegs der Fall. Die Piraten waren zwar zeitweise zahlreicher als die UHG, es war jedoch nie so, dass die UHG neben den Piraten untergegangen wäre, um hier mal im Bild der Piraten zu bleiben. Als Neulinge in der Hochschulpolitik haben sie zunächst die längere Erfahrung der UHG respektiert. Auch ist das Engagement der UHG nach innen bei unserer Zusammenarbeit wie auch nach außen keineswegs zu unterschätzen. Das zeigte sich nicht nur beim Volksbegehren, auch bei vielen anderen Aktionen ist das Engagement der UHG oft mehr als das anderer Hochschulgruppen und das obwohl wir die kleinste unter den Würzburger Hochschulgruppen sind.

Brauchen wir einen  immer besseren Abschluss um immer miesere Jobs machen zu dürfen? Wie  kann man dem Wahn aus Leistungs- und Zeitdruck entkommen – und welchen  Hebel können die Hochschulgruppen ansetzen? 

Seit der Einführung der modularisierten Studiengänge gab es von fast allen Seiten Kritik. Man forderte genügend Masterplätze, die Studienordnungen sollten verbessert werden, die Stoffmenge sollte reduziert werden und vieles andere mehr. Dies wurde von fast allen Würzburger Hochschulgruppen, von Professoren und von Politikern im ganzen Land gefordert. Die Vereinigte Liste von UHG und Piraten und zuvor schon die UHG allein erhoben diese Forderungen nicht.

Stattdessen haben wir von Anfang an die Einführung von Bachelor und Master als Fehler gesehen. Die Entscheidungsträger bestreiten zwar nicht die Probleme mit den neuen Studiengängen. Sie wollen Verbesserungen durchführen, sagen sie jedenfalls. Sie ziehen nicht die Konsequenz aus der Fehlentscheidung, sondern bleiben im Wesentlichen bei ihrer Entscheidung, indem sie an den neuen Studiengängen festhalten. Häufig wurden die Probleme mit den neuen Studiengängen als Startschwierigkeiten angesehen, so z. B. der erschwerte Hochschulwechsel. Nach ein paar Jahren würden diese verschwinden, hieß es oft. Sie sind jedoch nicht verschwunden, sondern manches ist sogar schlimmer geworden, z. B. der Übergang vom Bachelor zum Master. Man muss jetzt, anders als bisher, erst den ersten Abschluss in der Tasche haben, bevor man sich für das zweite Studium einschreiben kann, vgl. den offenen Brief der Studierendenvertretung an den Wissenschaftsminister. 

Inzwischen gibt es auch Proteste über zu wenige Masterplätze. Hätte man das zweistufige System nicht eingeführt, dann gäbe es diese Probleme heute gar nicht. Sie wurden erst durch den Bologna-Prozess geschaffen. Dabei war die ursprüngliche Idee der Zweistufigkeit, das Vordiplom bzw. die Zwischenprüfung zu einer Ausstiegsmöglichkeit mit abgeschlossenem, kürzerem Studium zu machen. Beim jetzigen System wurde diese Ausstiegsmöglichkeit der Studenten jedoch zu einer Rauswurfmöglichkeit für die Hochschulen. Es wäre möglich, dies anders zu machen, es fehlt der Wille dazu.

Bei dieser Situation bleibt die Frage "Welchen Hebel können die Hochschulgruppen ansetzen?"

UHG und Piraten setzen diesen an: Am Donnerstag, 12. Dezember diskutieren wir darüber in gemütlicher Runde. Mehr Informationen mit Zeit und Ort auf www.uhg-wuerzburg.de oder www.hochschulpiraten-wue.de/?p=579

 

 

Wie sollte ein Auslandsaufenthalt während des Studiums aussehen, worauf sollte der Schwerpunkt liegen? Und wie könnte und sollte die Hochschule die Reiselustigen vielleicht besser unterstützen?

Ein Auslandssemester oder -jahr wird von Professoren und auch von Politikern gerne empfohlen. Die Vorteile von Auslandsaufenthalten sind heutzutage unumstritten. Daran wurde auch bei der Konzeption der Bologna-Reform gedacht. Der Auslandsaufenthalt sollte erleichtert werden.
Laut der verantwortlichen Minister sollte die Bologna-Reform eigentlich einen europäischen Hochschulraum schaffen. Die Abschlüsse und Ergebnisse der Universitäten sollten gegenseitig international anerkannt werden. Aber genau das Gegenteil ist aufgetreten.
Durch die stark angestiegene Arbeit im Vergleich zu den früheren Diplom-Studiengängen ist es stark erschwert worden, ins Ausland zu gehen. Eines der Ziele bei einem Studienaufenthalt im Ausland sollte auch sein, sein Studienfach aus einer anderen Perspektive zu sehen. Gute Beispiele wären hier das Informatikstudium in Amerika oder das Geographiestudium.
Auch können die Kompetenzen, die man erlangt, hilfreich für den späteren Beruf sein. Kennt man die Kultur eines Gastlandes, so kann man, wenn man eine Firma vertritt, besser auf die Handelspartner eingehen; auch die Sensibilisierung für die Probleme des Gastlandes werden für die Studenten klarer.
Gerade wegen der fortschreitenden Globalisierung sind internationale Beziehungen zwingende Voraussetzungen für Erfolge.
Grundsätzlich gibt es für den Aufenthalt zwar die Freiheit, ob man ein oder zwei Semester wegfährt, aber nicht, dass man dorthin während der vorlesungsfreien Zeit fährt. Dies wäre ein gutes Zusatzangebot.

Die Ansprüche an Unigebäude und -gelände sind vielfältig. Mal muss modernste Technik untergebracht werden, mal müssen Sicherheitsvorschriften oder Denkmalschutz gewahrt bleiben, Studenten wollen kurze Wege, aber auch gemütliche Sitzecken und W-Lan. Als öffentlicher Raum prägen Unigebäude zudem das Stadtbild. So soll die Gestaltung des stadtweit verstreuten Unigeländes den verschiedensten Bedürfnissen gerecht werden und dabei noch gut aussehen. Zum Teil findet man da überraschend schöne Orte; anderswo jedoch reine Nutzbauten, deren Gestaltung nicht zum gemütlichen Plausch oder zum Verweilen einlädt, oder auch mehr oder weniger gelungene Mischungen aus historischem Bauwerk und moderner Nutzung. Was auf dem Unigelände und welche Gebäude könnte man innen wie außen umgestalten? Was darf gern so bleiben, wie es ist? Wo sollte vielleicht mehr auf welche praktischen Bedürfnisse eingegangen und wo sollte mehr Raum für andere Dinge als das Lernen geschaffen werden?

 

Was Kunst und Gestaltung an Gebäuden betrifft so kann man an der Universität Würzburg die verschiedensten Stile sehen, die fast schon wie eine Ausstellung der Epochen wirken. Die Neue Universität am Sanderring mit ihrem klassischen Baustil aus dem Jahre 1896, die Bauten aus den Sechziger Jahren am Hubland, wie Philosophische Fakultät I und Physik, die Informatik aus den Neunziger Jahren und daneben noch Zentralbibliothek und Mensa in chinesischem Stil sind nur die wichtigsten Beispiele unter den über 100 großen und kleinen Gebäuden der Universität. Doch die schönste Universität nützt nichts, wenn man ihre Vorlesungen nicht besuchen kann. So geht es denjenigen, die in die Gebäude nicht oder nicht richtig hineinkommen weil sie im Rollstuhl sitzen. Die Behindertengerechtigkeit hat in jedem Fall Vorrang gegenüber
architektonischen Qualitäten.

Das Informatikgebäude ist als überwiegend gut zu bewerten, da z. B. ein  Aufzug vorhanden ist, ebenso wie das Mensagebäude. Im Gegensatz dazu ist der Hörsaal 4 im naturwissenschaftlichen Hörsaalbau nicht mit einem Rollstuhl zu erreichen. Hier sollte nachgebessert werden, z. B. mit einer Rampe. Das gleiche gilt für die Cafeteria am Sanderring. Wir schlagen als Alternative vor, dass Vorlesungen mit Menschen, die eine körperliche Einschränkung haben, in behindertengerechte Hörsäle verlegt werden.

Finanzielle Mittel zu baulichen Veränderungen sollten auch nur auf diese Fälle sowie technisch nötige Dinge beschränkt werden. Rein optische Verschönerungen lehnen wir ab. Stattdessen sollte das Geld zur Verbesserung der Lehre eingesetzt werden. Zudem stellt sich die Frage, ob überhaupt genügend finanzielle Mittel für technische Umbaumaßnahmen vorhanden sind. Die Einnahmen aus Studiengebühren dürfen hierfür jedenfalls nicht verwendet werden.

Es wird bekanntlich viel gespart in der Bildung. In welchen Bereichen ist das besonders fatal und wie kann man dem entgegenwirken? Wo dürfte der Rotstift angesetzt werden und welche Bereiche sollte die Universität besser ausbauen? Versteht ihr die Universität eher als berufsorientierte Ausbildungsstätte oder als Ort umfassender Bildung?

Das immer weiter fortschreitende Sparen an der Bildung ist eine Entwicklung, die uns besorgt und mit der wir keinesfalls einverstanden sind. Der einstige Bildungsstandort Deutschland wird nicht zuletzt durch die starke Verschulung der Universitäten aufgrund des Bologna-Prozesses immer weiter und nachhaltig geschädigt. Zu einer Universität sollte es es aber insbesondere auch gehören, dass man im selbständigen Erarbeiten von Wissen geschult wird.
Die Studiengebühren lehnen wir, wie schon mehrfach betont, ohnehin komplett ab. Sie sind zum einen sozial ungerecht, da sie dazu führen, dass ein Zwei-Klassen- Bildungssystem nach dem Einkommen der Eltern entsteht. Zudem sind sie insbesondere in Bayern auch unnötig, da wir zu den reichsten Bundesländern mit einem Überschuss von 3,7 Mrd. Euro (2011, Quelle: http://tinyurl.com/laendfin) gehören, von dem wir einen nicht geringen Teil in die Bildung stecken müssen.

Wir sehen das mangelnde Interesse an demokratischen Mitbestimmungsmöglichkeiten seitens der Studenten als sehr bedenklich an. Eine Wahlbeteiligung von unter 20% zeigt, dass große Defizite in diesem Bereich vorliegen. Für uns ist offensichtlich, dass die Wahlbeteiligung nicht zuletzt darin begründet ist, dass die Studierenden zu wenig Mitbestimmung in Gremien der Universität haben. Dies sieht man deutlich am Beispiel des Studentischen Konvents, der zu wenig Einfluss hat. Auch in Fakultätsräten und Studiengebührenkommissionen wäre mehr Mitbestimmung sinnvoll und im Interesse der Studierenden. Schließlich steht auch im Gesetz, dass Studierende bei der Mitbestimmung über die Verwendung der Gebühren angemessen zu beteiligen sind. In den Gebührenkommissionen haben sie 50% der Sitze, die anderen 50% die Dozentinnen und Dozenten. Bei einem Patt in Abstimmungen entscheidet der Vorsitzende, der der Dozentenseite angehört. Da das Geld, über das entschieden wird, aber zu 100 % aus studentischem Geldbeutel kommt, halten wir eine Mehrheit von 50 Prozent plus eine Stimme für die Studentenseite für das Minimum.

Des Weiteren mangelt es enorm an Transparenz in Verwaltungsangelegenheiten, z. B. bei der Veröffentlichung von Gremienprotokollen. Beim Senat wurde letztes Jahr ein großer Fortschritt erreicht. Protokolle sind nach langen und zähen Verhandlungen wenigstens zum Teil veröffentlicht. Für andere Gremien besteht hier noch Nachholbedarf. Wir sind zuversichtlich, dass eine Verbesserung dieser Problematik mehr Studierende dazu bringen würde, zur Wahl zu gehen.

Dennoch möchten wir alle Studierenden eindringlich dazu aufrufen, auch die diesjährige Hochschulwahl wahrzunehmen. Eine höhere Wahlbeteiligung als in den vergangenen Jahren würde den studentischen Vertretern weit mehr Gewicht in Verhandlungen mit der Universität geben. Es macht schließlich einen Unterschied, ob Hochschulgruppen, die gegen Studiengebühren sind, von 2000 oder von 15000 Wählerinnen und Wählern an der Universität gewählt werden.