Die Ansprüche an Unigebäude und -gelände sind vielfältig. Mal muss modernste Technik untergebracht werden, mal müssen Sicherheitsvorschriften oder Denkmalschutz gewahrt bleiben, Studenten wollen kurze Wege, aber auch gemütliche Sitzecken und W-Lan. Als öffentlicher Raum prägen Unigebäude zudem das Stadtbild. So soll die Gestaltung des stadtweit verstreuten Unigeländes den verschiedensten Bedürfnissen gerecht werden und dabei noch gut aussehen. Zum Teil findet man da überraschend schöne Orte; anderswo jedoch reine Nutzbauten, deren Gestaltung nicht zum gemütlichen Plausch oder zum Verweilen einlädt, oder auch mehr oder weniger gelungene Mischungen aus historischem Bauwerk und moderner Nutzung. Was auf dem Unigelände und welche Gebäude könnte man innen wie außen umgestalten? Was darf gern so bleiben, wie es ist? Wo sollte vielleicht mehr auf welche praktischen Bedürfnisse eingegangen und wo sollte mehr Raum für andere Dinge als das Lernen geschaffen werden?

 

Was Kunst und Gestaltung an Gebäuden betrifft so kann man an der Universität Würzburg die verschiedensten Stile sehen, die fast schon wie eine Ausstellung der Epochen wirken. Die Neue Universität am Sanderring mit ihrem klassischen Baustil aus dem Jahre 1896, die Bauten aus den Sechziger Jahren am Hubland, wie Philosophische Fakultät I und Physik, die Informatik aus den Neunziger Jahren und daneben noch Zentralbibliothek und Mensa in chinesischem Stil sind nur die wichtigsten Beispiele unter den über 100 großen und kleinen Gebäuden der Universität. Doch die schönste Universität nützt nichts, wenn man ihre Vorlesungen nicht besuchen kann. So geht es denjenigen, die in die Gebäude nicht oder nicht richtig hineinkommen weil sie im Rollstuhl sitzen. Die Behindertengerechtigkeit hat in jedem Fall Vorrang gegenüber
architektonischen Qualitäten.

Das Informatikgebäude ist als überwiegend gut zu bewerten, da z. B. ein  Aufzug vorhanden ist, ebenso wie das Mensagebäude. Im Gegensatz dazu ist der Hörsaal 4 im naturwissenschaftlichen Hörsaalbau nicht mit einem Rollstuhl zu erreichen. Hier sollte nachgebessert werden, z. B. mit einer Rampe. Das gleiche gilt für die Cafeteria am Sanderring. Wir schlagen als Alternative vor, dass Vorlesungen mit Menschen, die eine körperliche Einschränkung haben, in behindertengerechte Hörsäle verlegt werden.

Finanzielle Mittel zu baulichen Veränderungen sollten auch nur auf diese Fälle sowie technisch nötige Dinge beschränkt werden. Rein optische Verschönerungen lehnen wir ab. Stattdessen sollte das Geld zur Verbesserung der Lehre eingesetzt werden. Zudem stellt sich die Frage, ob überhaupt genügend finanzielle Mittel für technische Umbaumaßnahmen vorhanden sind. Die Einnahmen aus Studiengebühren dürfen hierfür jedenfalls nicht verwendet werden.

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