Die Universität finanziert sich aus dem staatlichen Etat, Drittmitteln und Studiengebühren. Dabei ist der staatliche Etat der größte Teil, die Studiengebühren sind der kleinste Teil, die Drittmittel liegen dazwischen. Die Drittmittel wiederum sind zum größeren Teil von staatlicher Seite und zum kleineren Teil von privater Seite. Für staatliche Drittmittelgeber sind die DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) und das Ministerium für Wissenschaft und Forschung die wichtigsten Beispiele. Private Drittmittelgeber sind häufig große Industriekonzerne. An der Universität Würzburg herrscht ein Zustand des Wettbewerbs um Drittmittel. Professoren und Forscher, die es schaffen möglichst viele Drittmittel einzuwerben zeigen dies gerne.
Wir sprechen uns gegen eine Finanzierung der Universität durch andere Institutionen als den Staat aus. Sobald eine Universität Drittmittel von privater Seite annimmt, begibt sie sich in eine finanzielle Abhängigkeit und macht sich beeinflussbar. Wenn hingegen nur Gelder vom Staat angenommen werden, kann ein solcher Verdacht gar nicht erst aufkommen. Der Staat ist in der Lage, diese wegfallenden Mittel problemlos zu kompensieren. In einer Statistik der Hochschulrektorenkonferenz wird angegeben, dass im Jahr 2001 19,1 Mrd. Euro für Unis und FHs ausgegeben wurde. Davon trug die private Seite gerade einmal 500 Mio. Euro, also gerade einmal knapp 3 % (Quelle: http://www.hrk.de/de/brennpunkte/112.php).
Dieser Anteil ist seither etwas angestiegen. Wir sehen die Gefahr, daß bestimmte Fachbereiche, die eher anwendungsorientiert forschen von der privaten Wirtschaft stärker gefördert werden, wogegen andere Fachbereiche, die eher Grundlagenforschung betreiben unter der staatlichen Unterfinanzierung leiden. Damit beeinflussen die Drittmittel die Forschung und lenken sie deutlich in eine bestimmte Richtung. Dies steht im Widerspruch zur Freiheit  von Forschung und Lehre.

 

Die Anfrage war:

Liebe VertreterInnen der Hochschulgruppen,

für die nächste Ausgabe des Sprachrohrs lautet unser Nachgefragt:
"Was haltet ihr generell von Drittmitteln und wie ist die Versteigerung und Benennung von Hörsälen zu beurteilen?" (…)

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